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Die Geschichte der Blockflöte

9 Nov 2014

Die Blockflöte als erster Europäer - ein interessanter Gedanke, dem man so evtl. noch nie gefolgt ist. Heute tritt die Blockflöte wieder in Konzerten vor allem mit dem Schwerpunkt italienischer, deutscher, englischer und französischer Barockmusik auf. Doch wie ist die Geschichte? 

 

Vom Blasinstrument, das die Hirten spielten, entwickelte sich die Blockflöte im frühen Mittelalter zum Instrument der Gaukler und Spielmänner. Schnell hatte man sie in eine Tasche gesteckt, das Holz war robust, die Flöte damals noch einteilig und nicht so kompliziert gebaut wie die heutigen Konzert-Instrumente. So reisten die Spieler umher und musizierten in ganz Europa. Die Blockflöte konnte sowohl mit der rechten Hand oben wie auch mit der linken Hand oben gespielt werden, da das unterste Griffloch doppelt vorhanden war. Das nicht benutzte Loch wurde dabei mit Wachs verschlossen.

Mit dem Beginn der Renaissance-Zeit im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts hielt das Musizieren auf den Blockflöten Einzug in die Adelshäuser und an die Höfe. Es wurden Flöten in vielen Größen und Stimmlagen gebaut, die heute als Consorts bekannt sind. Auch hierbei sind die Instrumente meist noch aus einem Stück gebaut, oft sogar aus einem einzigen Baum. Werden diese Instrumente hervorragend gespielt, entsteht auch in den heutigen Konzerten beinahe eine Art Orgelklang, obwohl die „Pfeifen“ von unterschiedlichen Solisten gespielt werden. Obwohl ich viel Consort-Musik gespielt habe und selber einige solche Instrumente besitze, schlägt mein Herz bei der Barockmusik am höchsten. Viele Komponisten in Europa entdeckten die Blockflöte so, dass es als Solist eingesetzt werden konnte. Eigene Solo-Konzerte, Sonaten und Kammermusik-Werke entstanden. Dieser plötzliche massive Zuspruch für das Instrument forderte eine Veränderung der Bauweise. Sie wurde dreiteilig, die Innenbohrung wurde verändert und die Grifflöcher wurden enger aneinander gesetzt. So kann ich heute subtiler im Klang variieren als mit den Instrumenten der Renaissance, kann mit der Artikulation höchst differenziert umgehen. Die kleinsten Fingerbewegungen lassen sich direkt in den Ton umsetzen und die Barockmusik erklingt so in meiner Interpretation.  

Im Laufe des 18. Jahrhundert verlor die Blockflöte an Bedeutung. Sie wurde von der klangstärkeren Querflöte verdrängt, die sich in einem erweiterten Orchester besser durchsetzen konnte.

Zu Beginn des 20. Jahrhundert wurde das Holzblasinstrument wiederentdeckt und schaffte es seither sogar, heute wieder an Musikhochschulen und Universitäten präsent zu sein.

 

Heute klingt die Blockflöte an den unterschiedlichsten Orten. Kinder verlieben sich stets aufs Neue in den warmen Holzklang, Konzerte mit Solisten und Ensembles werden gegeben und Blockflötenbauer geben ihr bestes, um das Instrument Schritt halten zu lassen mit den Erwartungen von heute und den modernen Konzertsälen. Auch zeitgenössische Komponisten schreiben wieder für das Instrument. Die Blockflöte lebt! 

 

Text: Sabrina Frey

 

 

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