AFMB - Agentur für Meinungsbildung
AFMB - Agentur für Meinungsbildung
AFMB - Agentur für Meinungsbildung

Kritik CD" Accademia dell'Arcadia" Toccata 07/2015

18 Aug 2015

 

 

Was Cromwell vormachte, imitiert Papst Innozenz XII im Jahre 1698: Er verbietet sämtliche Theater- und Opernaufführungen. Neun Jahre sollte der Neapolitaner und Jesuit Antonio Pignatelli (a615 - 1700) ab 691 als Kirchenoberhaupt regieren; er kämpfte gegen den Nepotismus im Patrimonium Petri und verschäfte die weltlichen und kirchlichen Gesetze (was fast das Gleiche war), vor allem trachtete er die mönchische Disziplin wiederherzustellen. Das Volk schätzte ihn, nannte ihn den "Vater der Armen", da er Kirchengelder für soziale Zwecke einsetzte. Warum er dann hochbetagt die Weltliche Musik in seinen Landen verbot, bleibt mir ein Rätsel. Dieses Verbot führte jedoch zur Gründung der Accademia dell'Arcadia im Jahr 1690, zunächste als Verbindung von 14 Literaten. 1696 nahm man dann sieben Musiker als vollwertige Mitglieder auf, welche Opern und Kammermusikwerke komponierten. Ja, da ist sie wieder, die Sehnsucht nach Arkadien, der mystisch-griechischen Landschft, dem Schäfterleben und -stündchen, der einfachen "Melodey", geblasen auf der Panflöte...

 

Das Emblem des arkadischen Geheimbundes, der "Pastori Arcadia" welche sich regemässig wöchentlich im Geheimen trafen, war die Flöte. Und sie selbst trugen selbstredend Pseudonyme, wie das in Geheimbünden so üblich ist: Alessandro Scarlatti hiess "Terpandro Politeio", Arcangelo Corelli "Arcomelo Erimantei", Benedetto Marcello "Driante Sacreo", Giuseppe Valentini "Euginaspe Leupinte". Die Accademia ging übrigens aus einer Vorgängerin hervor, welche Christina von Schweden als "Accademia Reale" gegründet hatte. Als die zum katholischen Glauben konvertierte Tochter des evangelischen Löwen aus Mitternacht (König Gustav II.) 1689 stirbt, folgt die Accadmeia dell Arcadia.

 

Das Ensembel der Flötisitn Sabrina Frey besteht aus Fiorenza de DOnatis, Andrea Rognoni, Marco Frezzato, Philippe Grisvard, Veincent Flückiger, Bret Simner und Naoki Kitaya. Sie spielen Musik der Arkadier Alessandro Scarlatti (Concerto XXI per flauto, due violini e b.c.), Ignazio Sieber (Sonata VIII a flauto con il suo b.c.; Sonata VII a flauto con il suo b.c.), Arcangelo Corelli (Sonata op. III No. VI), Giuseppe Valentini (Sonata camera III à flauto solo, e basso), Giovanni Battista Bononcini (Concerto per flauto concertato, cello solo, violino e b.c.) und Benedetto Marcello (Sonata XII & Ciaccona a flauto solo con il suo b.c.).

 

Die Einspielung ist grossartig gelungen. Sabrina Freys Flötenvortrag macht Staunen, da hört man alles, was man von einer Meisterin erwarten kann, Fiorituren, Koleraturen, Diminutionen, aller Arten diverser Verzierungen. Und die kommen tatsächlich als Verzierungen, nicht als Selbstzweck. Hier spielt eine Musikerin, kein Narziss. Der Vortrag überrascht mit frechen Wendungen, ernsthaften und eleganten, getragenen Stzen, einfach mit einem gelungenen Miteinander. Das ist einfach klasse!

Robert Strobl

Tags:

Please reload

Featured Posts

G.Ph.Telemann: Sonate in f-Moll für Blockflöte und B.c. 2.) Allegro

16 Sep 2014

1/4
Please reload

Recent Posts
Please reload

Archive
Search By Tags
Please reload

Please reload

Follow Us
  • Facebook Reflexion
  • YouTube-Reflexion
  • Google + Reflexion